Südafrika

Unsere Safari im Schotia Private Game Reserve und Addo Elephant Park

Was verbindet ihr als erstes mit Afrika? Nelson Mandela, Kapstadt mit seinem Tafelberg, Surfen und Safaris? Das sind jedenfalls unsere ersten Gedanken, die uns im Punkto Afrika in den Kopf schießen. Die Safari war für uns ein riesen Traum und wir konnten ihn uns nun endlich erfüllen. Unsere Freunde Isi und Philly hatten uns das Schotia Private Game Reserve empfohlen und es war großartig, das können wir vorwegsagen.

Angefangen hat alles mit unserer Ankunft an der Rezeption von Schotia in der Nähe von Colchester/Nanaga. Wir wurden herzlich empfangen und konnten unser Gepäck sicher im Büro verstauen. Wir waren etwas früh dran und hatten somit noch 1,5 Stunden zu überbrücken.

Um 15 Uhr kamen die Ranger in den Aufenthaltsraum und unser Puls schnellte in die Höhe. Es ging also los, die Safari konnte starten. Charl sollte unser Ranger für die nächsten beiden Tage sein. Ein netter Kerl, dem man die Liebe zu seinem Job direkt ansehen kann. Insgesamt waren wir 5 Gäste plus Charl. Wir hatten also viel Platz in unserem Land Rover, der eigentliche Platz für 9 Gäste hat.

Die Stimmung in unserer Gruppe war super. Die Vorfreude auf die Tiere und Landschaft sprühte quasi aus uns heraus. Wir starteten den Motor und mit dem knattern des Dieselmotors ging es in Richtung Eingang zum Reservat. Das Schotia Reservat ist das älteste Private Game Reserve am Eastern Cape von Südafrika. Die bereits sechste Generation der Bean Familie hegt und pflegt die Anlage seit dem 1800 Jahrhundert.

Nach gut fünf minütiger Fahrt standen wir also vor dem Eingangstor. Wir überschritten die Schwelle und alle hielten konzentriert Ausschau nach den ersten Tieren. Charl war ein wandelndes Lexikon und erzählte uns unglaublich viel über Flora und Fauna der Umgebung. Es dauerte auch nicht lange, da erhaschten wir eine Schildkröte, die sich gerade auf den Weg in ein Gebüsch machen wollte. Schnell sprangen wir aus dem Wagen und stellten uns im Kreis um die Schildkröte. Sie war ca. 4o cm lang und 30 cm breit, das Gewicht schätzte Charl auf ca. 30 Kilo. Na wenn das mal nicht ein guter Anfang war.

Auf dem Weg zum Auto zurück entdeckten wir einen Elefanten in der Ferne, der genüsslich ein paar Pflanzen verschlang. Wir sprangen ins Auto und machten uns auf zu dem grauen Riesen, der im Grünen umhertrottete. Vanessa erspähte aus dem Auto, dass es sich nicht nur um einen Elefanten handelte, sondern eine ganze Familie. Alle waren begeistert und zückten ihre Kameras um den Moment für immer festzuhalten. Es ist magisch, diese großen Tiere zu sehen, wie sie sich mit Leichtigkeit fortbewegen und in Seelenruhe eine Pflanze nach der Nächsten verputzen. Ein ausgewachsener Elefant isst am Tag ca. 300-400 Kilo Grünzeug und schläft so gut wie nie. Man sagt durchschnittlich 4 Stunden am Tag, jedoch hält er eigentlich nur Powernaps.

Der Dieselmotor sprang wieder an. Das war das Zeichen, dass die Erkundungstour weiterging. Es ging über Stock und Stein, Hügel rauf und Hügel runter mit nur einem Ziel im Auge, wer sieht das nächste Tier. Es dauerte nicht lange, da sahen wir Impalas, Kudus und Nyalas. Alle drei gehören zu der Gattung der Antilopen, sehen jedoch ziemlich unterschiedlich aus, aber jeder ist auf seine Weise schön.

Das nächste Tier, welches uns im wahrsten Sinne des Wortes über den Weg rannte war ein Warzenschwein und direkt hinter ihr kamen die Jungen. Wie süß die kleinen doch aussehen! Charl fütterte uns wieder mit Infos und aufgepasst, wer es nicht schon wusste, Pumba aus König der Löwen müsste eigentlich Pumbaline heißen. Denn männliche Warzenschweine haben eigentlich 4 Hauer und nicht nur zwei, wie die Weibchen. Wir hoffen, dass wir jetzt nicht euren Kindheitshelden verhöhnt haben…Auch sehr interessant ist, dass die kleinen Warzenschweine einen weißen Streifen an der Stelle im Fell haben, wo später die Hauer wachsen. Diese Färbung deutet die noch nicht vorhandenen Hauer an und schreckt Angreifer ab.

Die Tour durch das Dickicht ging weiter und wie aus dem nichts tauchten Zebras direkt neben dem Weg auf. Ich war total beeindruckt und war sprachlos von diesem Muster auf dem Fell. Es ist etwas ganz anderes es auf Bildern oder in Wirklichkeit zu sehen. Man fragt sich wirklich, wie Mutter Natur es geschafft hat, dass jedes Zebra aussieht wie es aussieht.

Eine rauschende Stimme aus dem Walkie-Talkie von Charl, ließ uns alle für einen kurzen Moment die Umgebung vergessen. Ein anderer Ranger informierte uns, dass auf einem Hügel nicht weit von uns entfernt ein paar Giraffen seien. Alle schauten sich an und waren begeistert. Ein weiteres Tier, welches man im Leben mal gesehen haben sollte. Charl manövrierte den Geländewagen durch das Areal und auf einmal sahen wir einen Giraffenkopf aus einer Baumkrone herausschauen. Sie hatte natürlich längst mitbekommen, dass wir da waren und schaute uns gelassen an. Keine 30 Meter weiter waren weitere Giraffen zu sehen. Auch ein Junges war in der Herde und erkundete vorsichtig seinen neuen Lebensraum.

Es war knapp 17:30 Uhr ehe Charl uns fragte, ob wir den Kaffeegeruch auch bemerkt haben. In Wirklichkeit spaßte er nur wieder, aber es wurde Zeit sich zur Kaffeepause mit den anderen Gruppen zu treffen. In einer alten Scheune brannte ein Lagerfeuer und sie reichten uns Tee, Kaffee und heiße Schokoladen. Außerdem gab es kleine Brötchen (Roosterkoek) mit Marmelade und Erdnussbutter. Diese kleinen Brötchen sind der Hammer!! Vanessa und ich haben uns auf Anhieb in diese Köstlichkeit verliebt. Nach der kurzen Pause ging es in den nächsten Bereich des Reservats, wo unter anderem Löwen ihr zu Hause gefunden haben.

Das Tor zum nächsten Reservat ging langsam auf und die Stimmung im Auto war eine Mischung aus Freude und Respekt zugleich. Und das nicht zu Unrecht, denn Löwen können ziemlich gefährlich sein. Zunächst passierten wir noch ein paar Steinantilopen, Kuhantilopen und Springböcke, ehe wir uns auf die Suche nach den Löwen machten. Es war auffällig wie viel weniger Tiere in diesem Bereich zu sehen waren. Charl beherrscht seinen Job und es dauerte nicht lange ehe die zotteligen Vierbeiner vor uns auftauchten. Leider war es schon ziemlich dunkel geworden und wir konnten nur erahnen wie schön diese Tiere im Hellen sein mussten. Am nächsten Morgen sollten wir den Löwen noch einen Besuch abstatten und ich kann euch sagen, wir waren ziemlich dicht an den Tieren dran. Wir konnten sozusagen ihren Atem spüren.

Eine Safari macht hungrig und somit machten wir uns auf den Weg zum Abendessen in einer für Südafrika typischen Lapa. Auf den Weg dorthin, haben wir noch meinen Albtraum über den Weg schlängeln sehen. Eine Puffotter kam geradewegs auf unseren Wagen zu. (Wer unseren Kapstadt Bericht gelesen hat, weiß dass wir schon beim Kap der guten Hoffnung eine unschöne Begegnung mit einer Puffotter hatten.) Zum Glück saßen wir ca. 1,5 Meter hoch und konnten die Schlange aus sicherer Entfernung betrachten. Die ein oder andere Schweißperle hatte ich trotzdem auf der Stirn.

Eine Lapa ist eine Konstruktion aus einem Reetdach, welches von Holzpfosten getragen wird. In der Regel ist der Bereich ganz offen oder halboffen. Um die Lapa waren Fackeln aufgestellt, die die Dunkelheit in ein orangerotes Licht tauchten. Das Abendessen war grandios, es gab ein Buffet aus Gemüse, Fleisch und anderen Leckereien. Als Vorspeise gab es Thunfisch, den der Besitzer mit seinen Söhnen am Tag frisch gefangen hatte. Köstlich, das können wir euch sagen!

Nach dem Essen ging es noch auf einen Nacht Drive. Es ist einerseits cool die Tiere auch in der Dunkelheit zu suchen, gleichzeitig durchdringt einen aber auch ein mulmiges Gefühl, da es ja alles wilde Tiere sind. Wir haben es überlebt, so viel kann ich vorwegnehmen. Auf dem Drive haben wir Baas den Elefantenbullen getroffen und ein paar Antilopen, Hasen und Warzenschweine. Das Highlight kam jedoch als Michael einer der anderen Gäste, leise sagte, da ist ein Nilpferd. Wir trauten unseren Ohren nicht, aber er hatte recht. Hinter den Büschen und in ca. 50 Meter Entfernung schlich ein Nilpferd umher. Wir hatten am Tag eines im Wasserloch gesehen, aber da hat man nur 10% des Tieres gesehen. Nun aber sah man den ganzen Koloss in seiner vollen Pracht. Unglaublich, wie viele Tiere wir schon an dem ersten Tag gesehen hatten. Pure Begeisterung machte sich unter uns breit und jeder konnte mit dieser Begeisterung den Weg zu den Schlafplätzen antreten. Vanessa und ich haben uns für ein Zimmer in der neutralen Zone, also außerhalb eines der Reservate entschieden. Im Nachhinein war es auch die richtige Entscheidung. Die anderen drei Gäste haben wir noch in das Löwen Reservat gebracht, wo deren Unterkunft eingezäunt lag.

Charl brachte erst Michael auf sein „Zimmer“, welches ein Zelt mit Outdoor Toilette und Dusche war und anschließend Richard und Louise, die einen Steinwurf weiter ihr Zelt hatten. Vanessa und ich mussten im Dunkeln im Wagen warten. Und nochmal zur Erinnerung, es war das Löwen Reservat. Ich glaube ihr könnt euch vorstellen, wie uns zu Mute war. An Atmen war eigentlich nicht zu denken, doch Charl hatte sich ziemlich viel Zeit gelassen und der Sauerstoff in unseren Lungen hätte sicherlich nicht ausgereicht. Somit hieß es Augen zu und durch. Wir waren ziemlich glücklich, als wir in unserem Zimmer auf dem Bett saßen und alle Arme und Beine noch dran waren.

Die Nacht war recht kurz, da wir erst noch die ganzen Eindrücke vom Tag verarbeiten mussten, ehe wir ein Auge zu bekommen haben. Am nächsten Morgen ging es früh los. Charl stand mit dem Land Rover pünktlich um 7 Uhr vor der Tür. Anschließend haben wir die anderen Drei eingesammelt und haben Ausschau nach den Löwen gehalten. Am Abend zuvor haben wir sie ja nur im Dunkeln gesehen, aber an dem Morgen hatten wir Glück und konnten die Schönheit der Tiere aus nicht mal 3 Meter Abstand bestaunen. Das Herz raste bei jeder Bewegung der Löwen, man weiß ja nicht was sie im Schilde führen. Den Rücken sollte man ihnen auf keinen Fall zu drehen. Nach gut 20 Minuten verließen wir die friedlichen Löwen und machten uns auf den Weg zu den Giraffen.

Was für wundervolle Tiere! Wir lieben Giraffen. Sie wirken etwas tapsig, aber bei der Größe und dem Körperbau ist das auch kein Wunder. Wie genüsslich sie eine Portion Grünzeug nach der anderen verspeisen ist besser als Kino. Immer wachsam und auf der Hut blicken sie durch die Baumkronen.

Anschließend sind wir noch etwas durchs Reservat gefahren, ehe wir uns zum Frühstück in der Lapa mit den anderen Gruppen getroffen haben. Es gab wieder ein Buffet. Eier, Bacon, Müsli und Co. Alles was der Körper am Morgen für einen guten Start in den Tag benötigt. Jeder berichtete von seiner Nacht und die Stimmung war großartig. Alle waren glücklich und ausgeglichen, wie es bei einem Safari Abenteuer auch sein sollte.

Ein Tier, mit dem wir während der Safari eine ganz besondere Begegnung hatten, haben wir bisher nicht erwähnt – das Nashorn. Wir wollen euch dies nicht vorenthalten. Es ist bekannt, dass es bei Schotia Nashörner gibt, jedoch möchten wir in unserem Beitrag keine Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort der Nashörner zulassen oder Fotos von diesen zeigen, um so Wilderern zu helfen. Leider ist es in der Vergangenheit vorgekommen, dass Nashörner wahrscheinlich auf Grund von im Internet hochgeladenen Fotos von Wilderern getötet wurden.

Während unserer Safari machten wir mit Bonnie und Clyde, den zwei Nashörnern die Bekanntschaft. Warum die beiden so heißen, konnte Charl uns auch nicht beantworten. Wir suchten uns einen schönen Platz, um die beiden von Nahem zu betrachten. Wundervolle Tiere, wenn sie friedlich der Nahrungsaufnahme nachgehen. Doch Clyde hatte uns bemerkt und hatte wohl keine Lust auf Besuch. Er fing an in unsere Richtung zu laufen und wurde immer schneller. Schnell war aber auch Charl, der den Motor anmachte und mit einem affenzahn durch das Dickicht heizte. Wer möchte schon eine Kollision mit einem 1,5 Tonnen schweren Nashorn riskieren. Zum Glück ließ Clyde bald von uns ab und gesellte sich zurück zu seiner Bonnie.

Zurück zu unserem Frühstück – Die Lapa ließen wir hinter uns und machten uns auf den Weg zur Schotia Rezeption. Die Safari neigte sich dem Ende zu und wird als eine unvergessliche Erinnerung in unseren Gedanken verankert bleiben.

Im Anschluss an die Schotia Safari entschieden wir uns noch auf eigene Safari im ADDO Elephant Park zu gehen. Wir hätten dies auch mit Schotia machen können, jedoch haben selbst die uns empfohlen mit dem eigenen Auto durch den Park zu fahren. Das Wort „Park“ ist hierbei etwas irreführend, denn wir sind in keinen Freizeitpark gefahren, sondern in ein Reservat, welches direkt an Schotia grenzt. Auch hier leben wilde Tiere und können sich auf einer großen Fläche frei bewegen. Entstanden ist der Park, wie der Name schon vermuten lässt, um Elefanten zu schützen. 1931 wurde dieser eröffnet um die 11 letzten überlebenden Elefanten aus der Region zu schützen. Heute leben etwa 600 Elefanten im Park, womit der Park auch sein ökologisch vertretbares Maximum erreicht hat.

Nach dem wir den Eintrittspreis am südlichen Ende des Parks in Höhe von ZAR 307 (EUR 19) pro Person entrichtet hatten, ging unsere Erkundungstour los. Wir bekamen eine Karte mit den verschiedenen Wegen für die Nord- und Südseite des Parks. Auf Grund von Empfehlungen der Ranger von Schotia begannen wir unsere Tour im Süden.

Zu Beginn sahen wir nicht viele Tiere. Ein paar Büffel, Zebras, Vögel, Mistkäfer und Warzenschweine. Gerade als wir sagen wollten „wo bleiben denn die Elefanten“, erspähten wir den ersten auf einer großen freien Fläche. Auch wenn, wir bei der Schotia Safari schon Elefanten gesehen haben, war unsere Begeisterung noch genauso groß, wie am Vortag. Nach dem ersten Elefanten ließen die nächsten nicht lange auf sich warten. Immer wieder entdeckten wir welche aus der Ferne, bis wir um eine Kurve fuhren und plötzlich an einer Wasserstelle eine ganze Familie nicht weit weg von uns entdeckten. Die Gruppe bestand aus mindestens 10 Elefanten in allen Altersklassen. Das war unser absolutes Highlight im ADDO Park. Wir hatten damit auch den südlichen Teil des Parks abgefahren und entschieden uns nicht mehr in den Norden zu fahren, sondern uns am Nachmittag noch etwas auszuruhen und dem Nanagas Farm Stall einen Besuch abzustatten. Wenn Du mal in der Gegend bist, solltest Du unbedingt bei Nanagas anhalten. Es gibt hier köstliche Roosterkoek frisch zubereitet mit Füllung und frischen Ananassaft.

Ein Gedanke zu „Unsere Safari im Schotia Private Game Reserve und Addo Elephant Park

  1. Traumhaft was ihr zwei da erlebt habt, nein ich bin nicht neidisch aber habe ganz viel Lust auf eine so tolle Safari.
    ganz lieben Dank das wir euch begleiten durften Zwei dicke Drücker

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