Neuseeland

Neuseeland Südinsel III: Queenstown bis Franz Josef Glacier

Nach einem wundervollen Tag am Milford Sound ging es leider nicht mehr zurück zu Denise, Kent und Byron. Die Nacht verbrachten wir in Te Anau, um von dort am nächsten Morgen nach Queenstown zu starten. Wer die Gegend kennt wird nun feststellen, dass das schön blöd von uns war, denn Balfour ist dichter an Queenstown dran. Leider haben wir das zu spät festgestellt und konnten die Übernachtung nicht mehr stornieren.

Queenstown

Am Morgen ging es los nach Queenstown, der Attraktionen-Hochburg in Neuseeland. Hier findet man alles von Paragliden, Fallschirmspringen bis hin zu Mountainbiking.

Mittags angekommen haben wir uns den Ort inklusive Hafen ein wenig angeschaut und uns überlegt was wir in Queenstown anstellen können. Uns war nicht so nach Freiflug und somit entschieden wir uns für eine Speed Boot Tour am nächsten Tag. Hier haben wir auf der Plattform bookme.co.nz ein sehr günstiges Angebot gefunden. Die Homepage war ein Tipp von Denise und Kent. Wir haben sie mittlerweile häufiger genutzt und ordentlich Geld gespart.

So viel zu sehen gibt es in Queenstown nicht. Die verschiedenen Sportarten und Aktivitäten stehen tatsächlich im Vordergrund. Somit haben wir am ersten Tag die meiste Zeit mit organisatorischen Dingen verbracht. Wer denkt, dass es auf so einer Reise keine To-Do-Listen gibt, hat sich getäuscht.

Am zweiten Tag stand nun die einstündige Speed Boot Tour an. Die Fahrt führte durch den Lake Wakatipu. Dabei mussten wir feststellen, dass die Gegend um Queenstown am Fluss entlang doch ganz schön ist und auch einen Besuch wert gewesen wäre. Aber es ging ja weniger um den Ausblick als um den Spaß. Und Spaß hatten wir eine Menge. Unser Skipper hat uns mit vielen Manövern und Drehungen durch den Fluss geführt. Speed Boote wurden ursprünglich mit dem Nutzen gebaut in sehr flachen Gewässern fahren zu können. Genau genommen in gerade mal 3-6 Inch (8-16 cm) tiefem Wasser! Diese Funktion hat er uns mehrfach demonstriert. Für alle die Angst haben dabei seekrank zu werden, die können wir beruhigen. Mit Segeln oder Fähre fahren hat das wenig zu tun und schaukeln tut es auch nicht. Ein bisschen nass wird man gegebenenfalls, vor allem wenn man wie ich am Rand sitzt. Kolja ist fast trockenem Fußes aus dem Boot ausgestiegen. Also sucht euch einen Platz in der Mitte aus.

Im Anschluss an die Tour machten wir uns direkt auf den Weg nach Wanaka. Schon am Morgen hatten wir geschaut wie wir fahren müssten und wie lange die Fahrt dauern würde. Es gab zwei Optionen. Wir entschieden uns für die kürzere Strecke. Ich schreibe das deshalb, weil wir uns zu Beginn nichts dabei gedacht haben, aber während unserer Speed Boot Tour fragte uns unser Skipper wer denn die Strecke von Wanaka nach Queenstown über Cardrona bereits gefahren wäre. Sein Kommentar dazu war „jeder der das geschafft hat, kann stolz auf sich sein“…

Bevor wir also mit dem Auto los gefahren sind, haben wir nochmal recherchiert, ob die Strecke wirklich so schlimm ist. Es gab unterschiedliche Meinungen und wir entschieden uns es zu versuchen, denn es sollte die schönere Strecke sein. Rückblickend können wir sagen, dass der Ausblick schön, aber auch nicht überragend war und wir deutlich anspruchsvollere Strecken auf der Südinsel gefahren sind. Also keine Panik auf der Titanic.

Wanaka

Angekommen in Wanaka bezogen wir unser Apartment für die nächsten Tage. Unser erstes Apartment in Neuseeland. Leider sind die Preise für ein gesamtes Apartment so utopisch, dass diese unser Budget sprengen. In Wanaka durften wir die Ferienwohnung von Denise und Kent kostenfrei bewohnen. Drei Nächte haben wir dort verbracht und die Ruhe genossen.

Wanaka hat einen süßen kleinen Ortskern mit Cafés und Restaurant, die direkt am Ufer des Lake Wanaka liegen. Hinzu kommt, dass der Ort von Bergen umgeben ist. Kein Wunder, dass Wanaka auch bei den Neuseeländern als Urlaubsort sehr beliebt ist. Im Winter ist hier einer der Haupt-Skiorte.

Unser persönliches Highlight in Wanaka war die Wanderung zum Roys Peak. Die Wanderung hin und zurück dauert etwa 6 Stunden plus Pausen. 16 km und 1200 Höhenmeter sind zu bewältigen. Wir haben uns der Herausforderung gestellt. Dies war für uns die anstrengendste Wanderung, die wir bis jetzt gemacht haben.

Morgens zum Sonnenaufgang und bei strahlend blauem Himmel ging es los. Wir waren überrascht wie voll der Parkplatz am Startpunkt schon war. Man hat auf fast der gesamten Strecke einen kontinuierlichen Anstieg. Selten kommt eine flache Passage. Für die Wanderung gilt „Der Weg ist das Ziel“! Schon nach den ersten fünf Minuten hat man einen herrlichen Ausblick auf den Lake Wanaka und die umliegenden Berge. Je höher man kommt, desto schöner wird er. Bis zum bekannten Aussichtspunkt haben wir ca. 3,5 Stunden gebraucht. Hier wurden erstmal Beweisfotos gemacht. Gerade noch rechtzeitig, denn es zog sich schon seit einer Weile zu und die Wolkendecke wurde immer dichter und dunkler. Eine junge Frau hat uns angeboten Fotos von uns zu machen. Das Angebot haben wir dankend angenommen, wobei wir keine großen Erwartungen hatten. Meistens wenn man Leute fragt, ob sie ein Foto von einem machen können, werden die Fotos nichts. In diesem Fall mussten wir später feststellen, dass sie das ganz toll gemacht hat und wir freuen uns riesig über die Fotos von uns.

Den höchsten Punkt hat man an der Stelle allerdings noch nicht erreicht. Ab da geht es nochmal 1,5km und 30 Minuten steil nach oben. Viele sind mit dem Blick vom ersten Aussichtspunkt zufrieden und drehen um. Da es so bewölkt war und die Bergspitze bereits in den Wolken verschwunden war, überlegten wir auch umzudrehen. Unser Wille war dann allerdings doch stärker. Wir hatten uns die Spitze vorgenommen und den Großteil der Strecke hatten wir schon geschafft, also konnten wir auch das Stück noch weiter gehen.

Der Ausblick auf diesen 1,5km wurde noch viel besser und wir können es jedem empfehlen das letzte Stück auch noch zu gehen. Bestimmt ist der Ausblick von ganz oben großartig. Wir mussten leider durch die Wolken durch um ganz oben anzukommen und konnten somit nichts mehr sehen. ABER das Gefühl es nach ganz oben geschafft zu haben, werden wir sicherlich nicht vergessen. Auf dem Weg nach unten haben wir alle angestrahlt, die den Weg noch vor sich hatten.

Nach etwa fünf Stunden kamen wir physisch an einen Punkt, wo es wirklich anstrengend wurde und wir nur noch ankommen wollten. Das Wetter änderte sich auch und es regnete immer mal wieder. An dem Punkt haben wohl unsere Köpfe übernommen und uns zurück zum Auto gebracht.

Zurück im Apartment und nach einer warmen Dusche gab es erstmal Rührei, Bacon und Würstchen. Darauf hatten wir uns schon ab Stunde 4 der Wanderung gefreut.

Trotz der Stärkung sind wir hinterher müde aufs Sofa gefallen und sind den gesamten Nachmittag nicht mehr hochgekommen. Der Wunsch nach was Süßem hat uns tatsächlich noch mal aus dem Apartment gelockt, so dass wir mit dem Auto noch schnell zum Supermarkt gefahren sind.

Am nächsten Tag war nicht viel mit uns anzufangen. Mit abstützen und leicht gebeugtem Gang bin ich durch unsere Wohnung geschlichen. Bei Kolja sah das etwas eleganter aus. Außer Wäsche waschen und einem kleinen Spaziergang haben wir uns an dem Tag nur ausgeruht. Schön, dass wir das Apartment hatten und uns somit frei entfalten konnten.

Am nächsten Morgen mussten wir uns leider von unserem Apartment verabschieden und es ging weiter in Richtung Fox- und Franz Josef Gletscher.

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Fox- und Franz Josef Gletscher

Die Fahrt von Wanaka zu den Gletscherorten war der absolute Horror. Es waren nur knapp 290 Km Strecke, aber wir haben über vier Stunden benötigt. Es hat in Strömen geregnet und die Straßen waren kurviger als Pamela Anderson in ihren besten Zeiten. Nach gut dreieinhalb Stunden haben wir den kleinen Ort Fox Glacier erreicht. Wir waren schon etwas aufgeregt, da wir beide noch nie einen richtigen Gletscher gesehen haben. Der kleine Sandweg zum Aussichtspunkt war ziemlich matschig, aber der Regen hatte zumindest kurz ausgesetzt. Beim Aussichtspunkt angekommen, sahen Kolja und ich uns nur verdutzt an und fragten uns, ob dieses kleine Stück Eis am Berg wirklich der Gletscher sein sollte. Und ja, es war wirklich der Fox Gletscher. Man waren wir enttäuscht…

Fünf Minuten später saßen wir auch schon wieder im Auto, um das letzte Stück bis nach Franz Josef zu fahren. Der Regen nahm wieder zu und der Scheibenwischer wusste gar nicht auf welche Seite er zuerst wischen sollte. Auf dem Weg konnten wir schon einen kleinen Teil des Franz Josef Gletschers erhaschen. Dieser war zum Glück etwas größer, aber auch nicht riesig. Die Wolkendecke wurde immer dicker und somit entschlossen wir uns erstmal im Hostel einzuchecken.

Wie begossene Pudel standen wir beim Check-In und bekamen unsere Zimmerschlüssel. Ein vierer Dorm durften wir für eine Nacht unser Zuhause nennen. Das Hostel war ganz ok. Nach unserem eigenen Apartment in Wanaka, aber ein ziemlicher Abstieg. Die Nacht haben wir trotzdem überlebt.

Am nächsten Morgen gab es erstmal lecker Frühstück und wir sattelten Carlos unseren Ford Focus. Nächstes Ziel sollte Westport sein. Als wir im Auto saßen, klarte der Himmel aber etwas auf und wir fuhren direkt zum Aussichtspunkt des Franz Josef Gletschers. Der Besuch dort war einerseits großartig andererseits auch sehr erschreckend. Die Landschaft und der Gletscher sind wirklich toll anzuschauen. Die Schilder am Wegesrand zeigen einem jedoch die Resultate der Klimaveränderungen. Der Gletscher ist in den letzten Jahren ganz schön geschrumpft. Wenn man direkt vor Ort ist, wirkt es noch erschreckender. Wasserfälle soweit das Auge reicht und die sind nicht nur durch das Regenwasser entstanden. Wir werden uns nach unserer Rückkehr nach Deutschland mehr Gedanken machen, wie wir dem Trend entgegenwirken können.

Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Westport gemacht.

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