Neuseeland

Neuseeland Südinsel II: Doubtful und Milford Sound

Ausgangspunkt Balfour

Keine Sehenswürdigkeit, aber für uns ein absolutes Highlight unserer bisherigen Zeit in Neuseeland war unsere Unterbringung in Balfour. Wir hatten das große Glück auf der Farm von Denise, Kent und Byron wohnen zu dürfen. Koljas Bruder – Jannik – hat hier vor 8 Jahren gearbeitet. In der Zwischenzeit haben die drei uns in Deutschland besucht und nun waren wir zu Gast in Neuseeland. Trotz der vielen Arbeiten auf der Farm haben sie sich viel Zeit für uns genommen und uns köstlich bekocht. Kent hat uns einen Einblick in das Farmerleben gegeben. Somit konnten wir uns am Melkstand beweisen und durften Traktor sowie Bagger fahren. Zu gerne wären wir länger geblieben, die vier Nächte sind einfach zu schnell umgegangen. An sich hätten wir an jedem Tag was unternehmen können, aber einen Tag entschieden wir uns auf der Farm zu bleiben und die Zeit dort zu genießen. Nun aber zu unseren zwei Ausflügen, denn Balfour war der perfekte Ort, um zum Doubtful und Milford Sound zu reisen.

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Doubtful Sound

Um 4:30 Uhr klingelte am zweiten Tag der Wecker. Von Balfour bis Te Anau (Ausgangspunkt für die meisten Touren zum Doubtful und Milford Sound) ist es etwas mehr als eine Stunde und unsere Tour sollte um 7:15 Uhr ab Manapouri (etwas südlich von Te Anau) starten.

Der Doubtful Sound ist ein Meeresarm, der von der Tasmansee in den Fjordland National Park reicht. Er ist etwa 30km lang und an der breitesten Stelle 2,5km breit. Seinen ursprünglichen Namen „Doubtful Harbour“ erhielt er im Jahr 1770 von James Cook, der sich unsicher war, ob man in den Gewässern sicher ankern könne. (doubtful [eng.] = unsicher)

Die gesamte Doubtful Sound Tour dauert ca. 8 Stunden. Grund hierfür ist, dass man nicht direkt zum Doubtful Sound fahren kann, sondern zunächst per Fähre den Lake Manapouri überqueren muss und dann noch per Bus zum Doubtful Sound gebracht wird. Dies war nicht immer so. Die Straße wurde extra für den Bau eines Hochspannungswerkes erbaut. Bevor es diese Straße gab, haben Doubtful Sound Touren deutlich länger gedauert, da man die Strecke zu Fuß zurücklegen musste. Mit dem Bus hat eine Fahrt ca. 45 Minuten gedauert. Soweit zu den Hintergrundinformationen. Nun kommt der spannende Teil…

Eine dicke Nebelwand machte sich am Hafen in Manapouri breit. Die Sicht war auf maximal 70 Meter begrenzt. Das Wasser war spiegelglatt und die Boote lagen seelenruhig im Hafen. Wir meldeten uns am Check-In Schalter an und hatten noch gut zwanzig Minuten Zeit, bis das Boarding los gehen sollte.

Es war noch dunkel, als der Kapitän unseres Bootes die Leinen löste und uns geradewegs durch die Nebelwand manövrierte. Der Hafen liegt am Waiau River, der direkt auf den Manapouri See trifft. Nach und nach wich der Nebel und die Landschaft kam immer mehr zum Vorschein. Die Sonne ging pünktlich auf und ließ die Berge in einem hellen Orange erleuchten. So kann jeder Tag gerne starten.

Wir schipperten gen Westen und kamen nach ca. 60 Minuten am Anleger auf der anderen Seite des Sees an. Hier konnten wir kurz das Hochspannungswerk bestaunen, ehe es weiter in den Bus zur Überfahrt zum Doubtful Sound ging. Unser Busfahrer hatte einen Clown gefrühstückt, aber das meine ich im positiven Sinne. Er hat viel über Flora und Faune erzählt und immer wieder mal einen Witz mit eingebaut. Die Fahrt war atemberaubend und lustig zu Gleich.

Nach den besagten 45 Minuten kamen wir am nächsten Bootsanleger an, an dem unser Boot schon auf uns wartete. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung ging es los. Wir hatten an diesem Tag mit dem Wetter ein riesen Glück. Den vorherigen Tag hat es gestürmt und aus Eimern geregnet, so dass wir etwas bedenken hatten. Jedoch haben sich die Wolken über Nacht vollständig verzogen, so dass wir einen strahlend blauen Himmel hatten. Und durch den Regen vom Vortag gab es im Doubtful Sound an vielen Stellen temporäre Wasserfälle, die nur bei Regen auftreten. Drei Stunden sind wir den Sound hoch bis zur Tasmansee geschippert und wieder zurück.

Der Ausblick war herrlich. Es gab ständig etwas Neues zu entdecken. Die Tour war insgesamt sehr gut organisiert. Den Anbieter „real journeys“ können wir besten Gewissens weiterempfehlen. Das Boot war so konzipiert, dass es eine große beheizte Innenkabine mit Fenstern rundherum gab und einen großen Außenbereich, so dass für jeden genug Platz war.
Wir haben die Tour voll und ganz genossen und würden es jedem ans Herz legen einen Tag hier zu verbringen.

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Milford Sound

Von Balfour aus fährt man ca. drei Stunden bis zum Tourismus Zentrum am Milford Sound. Dies ist der Ausgangspunkt, der Bootstouren durch den Milford Sound. Der Hin- und Rückweg zum Milford Sound ist aber schon ein Highlight. Die Straße schlängelt sich durch verschiedenste Bergketten und man könnte alle 20 Minuten einen Stopp einlegen, da es viel zu entdecken gibt. Auf der Strecke gibt es mehrere Look Outs, Flüsse und Seen. Für uns war die Fahrt durch den Homer Tunnel am aufregendsten. Der Tunnel ist ca. 1,2 Kilometer lang und die Wände sind unverkleideter Granit. Es ist ziemlich dunkel und man hat das Gefühl, dass die Tunnelwände immer näherkommen. Als wir das Licht am Ende des Tunnels sehen konnten, waren wir einerseits froh aber andererseits ziemlich beeindruckt von der Durchfahrt.

Am Parkplatz angekommen, packten wir unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zum Check-In Schalter. Nach 15-minütiger Wartezeit ging es dann aufs Boot. Die Fjordland Region in Neuseeland gehört eigentlich zu den regenreichsten Gegenden auf der Welt. Petrus meinte es gut mit uns und war für einen Tag verreist. An Bord ergatterten wir uns einen der begehrten Außenplätze am Bug des Bootes. Die Fahrt konnte also losgehen. Nach der Sicherheitseinweisung folgten ein paar Worte zum Milford Sound. Wusstet ihr, dass die Bezeichnung Sound eigentlich nicht richtig ist?

Der Milford Sound, wie auch alle anderen „Sounds“ im Südwesten der Südinsel, ist genau genommen ein Fjord. Entstanden ist er durch Gletscherbewegungen der letzten Kaltzeit und durch Überflutungen durch den steigenden Meeresspiegel. Schuld an der falschen Namensgebung sind die europäischen Siedler und Seefahrer, die aus ihrer Heimat keine Fjorde kannten und somit die ihnen bekannte Bezeichnung der Meeresarme „Sounds“ verwendeten. Als klar wurde, dass die Sounds im Südwesten Neuseelands alles Fjorde sind, wurde entschieden diese nicht alle umzubenennen, sondern der gesamten Region den Namen „Fjordland Nationalpark“ zu geben, um den Fehler ein wenig zu korrigieren.

Der Kapitän manövrierte das Boot bis auf weniger Zentimeter an die gigantischen Felswände heran, das war sehr beeindruckend. Nach nicht mal 20 Minuten auf dem Boot, gerieten alle in große Aufruhe. Was war los und warum zückten alle ihre Kamera. Man konnte uns an diesem Tag wohl zu den Glückspilzen zählen. Das Wetter spielte mit und es schwammen direkt neben unserem Boot Delfine entlang. Die Crew war genauso begeistert wie wir, denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man im Milford Sound Delfine sieht. Wir waren super happy. Es gibt so viel zu sehen. Es folgten Wasserfälle, Robben und einen Gletscher konnte man in der Ferne sehen. Die Landschaft ist einfach beeindruckend und man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Abschließend können wir sagen, dass beide Sounds ihre Reize haben. Wir würden beide jedes Mal wieder besuchen und wer genug Zeit hat, sollte dies auch tun. Für Low Budget Reisende und diejenigen, die nur wenig Zeit haben, empfehlen wir den Milford Sound. Die Tour dauert ca. 2 Stunden und kostet ungefähr 30-40 Euro pro Person. Der Doubtful Sound reißt mit ca. 135 Euro pro Person schon ein größeres Loch in die Reisekasse. Mit dieser Investition hat man aber auch acht Stunden Zeit alles aufzusaugen. Die Entscheidung liegt also bei Dir…

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