Neuseeland

Neuseeland Nordinsel I: Wellington bis Rotorua

Ich würde nicht sagen, dass es ein Kulturschock war, aber es ähnelte dem Zustand sehr, in dem wir uns befanden, als wir auf der Nordinsel eintrafen. Die Fähre lief im Hafen von Wellington ein und wir mussten noch ziemlich lange in unserem Auto warten, ehe wir wieder festen Boden unter den Reifen spüren durften. Aus der Natur, ab in den „Großstadtdschungel“ Wellington.

Wellington

Wellington ist die Hauptstadt Neuseelands und liegt am Fuße der Nordinsel. Mit knapp
190.000 Einwohner zählt Wellington zu den größten im Land. Es begrüßten uns Hochhäuser und dicht besiedeltes Land. Merkmale, die wir die letzten drei Wochen auf der Südinsel so gut wie gar nicht zu Gesicht bekommen haben.

Wir fühlten uns auf Anhieb wie Fremdkörper in der Stadt. Wie sehr sehnten wir uns nach der Natur und den kleinen süßen Ortschaften zurück. Wir versuchten das Beste draus zu machen und begannen unsere Erkundungstour im Te Papa Museum. Eigentlich machten wir uns nur kurz einen Überblick, was es dort alles zu sehen gibt, denn es soll das beste Museum in Neuseeland sein. Wir stapften also in die erste Ausstellung und waren gleich baff. Es ging um die Gallipoli Kampagne Neuseelands im Ersten Weltkrieg und die Ausstellung war unfassbar gut gemacht. Die riesigen Figuren sahen aus wie echte Menschen, jeden Moment bereit loszuziehen. Viele Animationen und Filme wurden gezeigt und machten diese Ausstellung wirklich lebendig. Wir entschlossen uns, am nächsten Tag mehr Zeit in dem Museum zu verbringen, um jedes kleinste Detail aufzusaugen.

Nach dem Museum gingen wir an der Promenade entlang und machten uns anschließend auf in die Cuba Street. Die Cuba Street wird als kreative und kulinarische Seele beschrieben und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Als wir in der Straße angekommen waren, fragten wir uns was hier so besonders sein sollte. Ein Restaurant/Imbiss reihten sich nach dem anderen ein. Aber nicht einheimische, sondern nur ausländische Küchen standen auf dem Programm. Der neuseeländische Charme wurde hier leider nicht berücksichtigt.

Wir haben die Zeit bis zu unserem Check-In also schon mal gut genutzt und einen kleinen Überblick über Wellington bekommen. Unser Airbnb Unterkunft lag etwas außerhalb der Innenstadt und war auf einem Hang angesiedelt. Der Ausblick von dort auf Wellington war super schön.

Am nächsten Tag machten wir uns früh auf den Weg. Das Museum machte um 10 Uhr auf und war Priorität Nummer Eins an diesem Tag. Somit mussten wir die Cable Car Bahn und den Botanischen Garten vorher besuchen. Die Cable Car Bahn verbindet die Hauptgeschäftsstraße Lambton Quay mit dem Botanischen Garten. Die Tickets kosten 9 NZD p.P. (Hin- und Rückfahrt = ca. 6 EUR), also wirklich erschwinglich. Es ging also 610m den Berg hinauf und die Sicht auf Wellington war grandios. Oben angekommen haben wir die Aussicht genossen und sind ein wenig durch den Botanischen Garten spaziert. Anschließend ging es wieder zurück in die Innenstadt.

Nächster Stopp Te Papa Museum! Wir freuten uns wie kleine Kinder auf das Museum. Der Eintritt ist übrigens kostenfrei, wie so gut wie in jedem Museum in Neuseeland. Als erstes schauten wir uns die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg nochmal an. Dieses Mal nahmen wir uns aber mehr Zeit. Es ist beeindruckend mit welch Detailverliebtheit diese Ausstellung dargestellt wird. Es lebt quasi und man fühlt sich mitten hineinversetzt und kann alles hautnah erkunden. Anschließend haben wir noch die anderen Ausstellungen besucht. Es ging um die Geschichte der Maori und die Siedler Neuseelands. Die Präsentation der Relikte aus vergangener Zeit ist perfekt und man kann in Ruhe alles bestaunen. Die Gallipoli Ausstellung war aber mit Abstand das Beste, was wir je in unserem Leben in einem Museum gesehen haben. Wer also in Wellington ist, muss hier hin!

Nach dem Museum waren wir noch in einem Food Court essen und sind dann in die Unterkunft zurück. Wir haben noch etwas für Südafrika recherchiert und sind dann ins Bett gegangen. Vanessa ging es den ganzen Tag schon nicht so gut und viel Schlaf soll ja die beste Medizin sein.

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Taupo

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Norden! Knapp 380 Kilometer und 5 Stunden Fahrt brachten uns nach Taupo. Taupo ist ein kleines Städtchen, welches direkt am gleichnamigen See liegt. Rund um Taupo liegen viele heiße Quellen, die wir auch an einem Tag getestet haben.

An unserem Ankunftstag haben wir allerdings nicht mehr viel gemacht. Wir waren einkaufen und haben Wäsche gewaschen. Zweiteres muss ja zwischendurch auch mal sein. Den Sonnenuntergang haben wir als vom Parkplatz der Wäscherei gesehen.

Der nächste Tag begann recht entspannt, denn wir haben ausgeschlafen und in Ruhe gefrühstückt. Vanessa ging es etwas besser und somit haben wir uns mit einer Bekannten, die wir in Australien kennengelernt haben, getroffen. Ziel war eine der heißen Quellen in der Umgebung. Wir haben uns natürlich für die kostenlose entschieden, um unseren Geldbeutel etwas zu schonen. Es waren schon einige Leute vor Ort, doch wir konnten uns noch einen warmen Platz am Rande des Flusses sichern. Das heiße Wasser kommt seitlich von einer höherliegenden Quelle in den Fluss und bringt das Badewannenfeeling in die Natur. Anfangs saßen wir im warmen Wasser, doch nach 20 Minuten kommt man ganz schön ins Schwitzen. Somit wanderten wir etwas mehr zur Flussmitte, wo das Wasser abkühlte. Schon witzig, wenn man sich an die Schnittstelle setzt und die Beine im kalten Wasser sind und der Oberkörper im heißen Quellwasser. Erholung pur!

Nach gut anderthalb Stunden in der Wohlfühloase haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Wir haben noch ein wenig recherchiert und unsere Staffel weitergeschaut, ehe wir uns ins Bett haben fallen lassen. Am nächsten Tag ging es nämlich schon weiter Richtung Rotoura.

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Orakei

Auf dem Weg nach Rotoura haben wir noch einen Zwischenstopp in Orakei gemacht. In Orakei gibt es einen Geothermal Park. Diesen wollten wir uns gerne anschauen. Der Eintrittspreis hatte es aber in Sich. 40 NZD p.P. (25 EUR) sollte der Spaß kosten. Im Nachhinein eine gute Investition, aber das weiß man ja vorher nie…

Mit dem Boot ging es also über den Fluss zum Geothermal Park. Holzstege zeigten einem dem Weg durch den Park auf. Es war beeindrucken, überall kam Dampf aus der Erde und man spürte die Hitze auf der Haut. Die Farben des Gesteins sind sehr besonders und es war spannend das ganze Areal zu erkunden. An jeder Ecke gab es kleine und große Wasserstellen, indem das Wasser kochte. Wir haben gut anderthalb Stunden in dem Park verbracht und waren begeistert. Manchmal lohnt es sich halt doch Geld für Parks zu investieren.

Rotoura

Die Fahrt ging weiter und wir landeten pünktlich um kurz vor Zwei in Rotoura, wo wir in unsere nächsten Airbnb Unterkunft einchecken konnten. Bis jetzt hatten wir immer Glück mit allen Airbnb Unterkünften und auch diese war ein Volltreffer.

Vanessa ging es leider wieder schlechter und wir entspannten den Rest des Tages in unserem Apartment. Wir waren nur noch schnell Einkaufen. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen am nächsten Tag in ein Maori Dorf zu fahren, um alles über die Geschichte der Maori zu erlernen, leider hat es Vanessa über Nacht noch mehr umgehauen. Ein Arztbesuch war somit das Resultat und Bettruhe war angesagt. Vielleicht war es ein Zeichen ihres Körpers, da wir die letzten Wochen ziemlich viele Ortswechsel hatten und von A nach B gehetzt sind. Ein Monat für Neuseeland ist auf jeden Fall zu kurz, um alles in Ruhe zu sehen! Wir werden auch nochmal wiederkommen, um das Abenteuer auf beiden Inseln fortzusetzen.

Ein Gedanke zu „Neuseeland Nordinsel I: Wellington bis Rotorua

  1. Habe heute euren Bericht gee, beeindruckend was ihr so alles erleben dürft aber wohl auch etwas Kräfte raubend. Gute Besserung liebe Vanessa.
    gut auf euch aufpassen, versprochen!!!

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