Neuseeland

Neuseeland Südinsel I: Christchurch bis Dunedin

Christchurch

Unser Abenteuer Neuseeland begann in Christchurch. Früh morgens sind wir bei eisigen Temperaturen gelandet. Das war fast so als würde man in Hamburg landen. Wir haben ordentlich gezittert. Für die ersten Nächte hatten wir uns in ein Airbnb eingebucht, von wo wir zu Fuß in die Innenstadt gehen konnten. Schon oft auf dieser Reise haben wir sehr positive Erfahrungen mit Airbnb Privatzimmern gemacht. Auch dieses Mal hatten wir extrem liebe Gastgeber, die uns viel über Christchurch erzählen konnten, was wir sonst wohl nicht herausgefunden hätten.

Den ersten Tag haben wir mit einem Besuch im Quake City Museum begonnen. Auch heute sind die Folgen von dem Erdbeben vom 22 Februar 2011 in Christchurch noch sichtbar. Durch den Besuch des Museums hat man einen sehr guten Eindruck von den Geschehnissen und Auswirkungen erhalten. Wir fanden es vorteilhaft das Museum zu erst zu besuchen, denn so hat sich der Blick auf die Stadt beim anschließenden Spaziergang verändert.

Im Anschluss an den Museumsbesuch haben wir uns auf den Weg in Richtung ChristChurch Cathedral gemacht. Wohl kaum ein anderes Gebäude in Christchurch zeigt die Folgen des Erdbebens besser. Bis heute ist die Kirche noch nicht wiederaufgebaut worden und ist in ihren Trümmern zu bestaunen. Auch kämpft man noch heute mit Ratten-, Hasen-, und Taubenplagen. Das Erbeben 2011 ereignete sich zur Mittagszeit, so dass die Restaurants zu dieser Zeit gut gefüllt waren mit Menschen. Nach dem Erdbeben wurde die Stadt evakuiert, gesperrt und manche Gebäude für zwei Jahre nicht betreten. Die Teller mit dem Essen drauf standen somit zwei Jahre auf den Tischen. Auch werden einsturzgefährdete Gebäude von Containerwänden verdeckt bzw. gestützt.

Auf dem Platz vor der ChristChurch Cathedral stehen täglich einige Food Trucks und Freitag abends ist ein Markt mit Livemusik. Uns hat die Reklame eines polnischen Trucks magisch angezogen. Es gab köstliches Gulasch mit einem riesigen Kartoffelpuffer. Die Kombination kannten wir noch nicht, können wir aber wärmstens empfehlen.

Später sind wir noch zu den „185 empty white chairs“ (185 leere weiße Stühle) gegangen, welche die 185 Erdbebenopfer repräsentieren. Diese Installation wurde zum ersten Jahrestag 2012 eröffnet und sollte nur temporär ausgestellt werden. Seit 2017 ist das Bestreben, die Stühle als dauerhaftes Andenken stehen zu lassen. Kurz hinter dem Platz mit den Stühlen ist auch die Cardboard Cathedral, welche als Ersatz für die ChristChurch Cathedral erbaut wurde.

Natürlich gibt es in Christchurch nicht nur Sehenswürdigkeiten in Bezug auf das Erdbeben. Riesige kunstvolle Graffitis sind immer wieder zu entdecken und verschönern das Stadtbild. Auch fährt eine alte Straßenbahn durch die Innenstadt. Das Canterbury Museum soll ebenfalls sehr lohnenswert sein, leider haben wir es dort nicht mehr hingeschafft.

Am zweiten Tag entschieden wir uns für den Bridle Path Walk, um Christchurch nochmal von oben zu sehen. Der Wanderweg wurde 1850 von den ersten europäischen Siedlern als Verbindung von Christchurch nach Lyttelton errichtet. Wir sind das Stück von Christchurch bis zur Summit Road hoch gewandert, um so den Blick sowohl nach Christchurch als auch nach Lyttelton genießen zu können. Die Wanderung dauert insgesamt etwa 3 Stunden und ist absolut empfehlenswert.

Als Krönung unseres zweiten Tages in Christchurch haben wir Chloé und Gilles wieder getroffen. Die beiden haben wir in Myanmar kennen gelernt und dort bereits einige Tage gemeinsam verbracht. Am nächsten Morgen haben wir uns dann nochmal getroffen, um gemeinsam auf den Riccarton Farmers‘ Market zu gehen, bevor wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel gemacht haben.

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Kaikoura

In Kaikoura haben wir unsere beiden Geburtstage verbracht. Der kleine Ort hat es gut mit uns gemeint, so viel können wir sagen. Schon lange vor der Reise wusste ich, dass ich in Kaikoura unbedingt mit wilden Delfinen schwimmen möchte. Nur konnten wir die Tour nie buchen, weil wir erst die Planung für die Südinsel vornehmen mussten. Als wir endlich wussten, wann wir in Kaikoura sein würden, war die Tour bereits für den gesamten März ausgebucht. Aufgeben wollte ich dennoch nicht. Immerhin würde sich ein Kindheitstraum damit für mich erfüllen. Bei der weiteren Recherche habe ich herausgefunden, dass der Anbieter „Kaikoura Dolphin Encounter“ eine Warteliste hat, falls mal jemand absagt. Wie bereits erwähnt, Kaikoura hatte es gut mit uns gemeint. An Koljas Geburtstag bekamen wir nachmittags den Anruf, dass wir am nächsten Morgen zwei Plätze auf der Sonnenaufgangstour haben könnten. Laut unserer Hostel Besitzerin in Kaikoura die beste Tour am Tag. Davon sollten wir uns am nächsten Morgen selber überzeugen.

Zunächst haben wir aber erstmal Koljas Geburtstag am Nachmittag etwas gefeiert und sind zu einem Aussichtspunkt gefahren, von wo aus man mehrere Robbenkolonien sehen kann. Bei Google findet man den Aussichtspunkt unter dem Namen „Point Kean Viewpoint“. An diesem Nachmittag haben wir eine Robbe entdecken können. Abends ging es dann früh ins Bett, da der Wecker am nächsten Morgen um 4:15 Uhr klingeln würde.

Der Tag – mein Geburtstag – konnte also starten. Kolja hat mir morgens trotz Mehrbettzimmer um 4:15 Uhr ganz leise ein Geburtstaglied gesungen. Wir hoffen/glauben, dass er niemanden geweckt hat. Die Schnarchnase neben mir sicherlich nicht. Um 5:30 Uhr war Treffpunkt beim Kaikoura Dolphin Encounter. Der gesamte Ablauf inkl. Einweisung, Zuteilung der Ausrüstung und Umziehen verlief reibungslos, so dass nach ca. einer Stunde alle in Neoprenanzügen etc. im Bus saßen. Die Fahrt dauerte nur 5 Minuten und dann ging es aufs Boot.

Der Kapitän erklärte uns, dass wir ca. 15 Minuten aus dem Hafen und der Bucht rausfahren und ab da an nach den Delphinen Ausschau halten. Die Suche kann allerdings weitere 30 Minuten in Anspruch nehmen. Die Suche hat an diesem Morgen nicht mehr als 5 Minuten gedauert und da waren sie – unzählige Delfine sprangen im Wasser herum. Die Crew begann damit das Verhalten der Delfine zu beobachten, um sicher zu gehen, dass es sicher für die Tour Teilnehmer ist ins Wasser zu gehen. Nachdem klar war, dass wir ins Wasser zu den Delfinen dürfen, ging alles sehr schnell. Die Schwimmflossen angezogen und Taucherbrillen aufgesetzt und schon ging es ins Wasser.

Die Erfahrung mit wilden Delfinen im Meer zu schwimmen ist nicht in Worte zu fassen. Die Gruppe Delfine blieb eine gute halbe Stunde bei uns und spielte mit uns im Wasser. Wir hatten im Vorwege Tipps erhalten, wie wir die Delfine bei Laune halten und nicht zu schnell langweilen. Zum einen soll man durch den Schnorchel singen – das hört sich sehr lustig an. Zum anderen würden die Delfine einen herausfordern und Kreise mit einem schwimmen um zu sehen, ob man mithalten kann. Gesagt getan! Wir waren jedenfalls eine gut hörbare Gruppe und es hat sich gelohnt.

Die Delfine sind so dicht rangekommen, dass man sie hätte berühren können. Wir sind Kreise mit ihnen geschwommen, sie sind in Gruppen um einen herumgeschwommen oder sogar über einen drüber gesprungen. Dieser Morgen wird uns sicherlich immer in Erinnerung bleiben und sollten wir irgendwann wieder die Chance bekommen in Kaikoura mit Delfinen zu schwimmen, würden wir dies immer wieder tun!

Im Anschluss an das Schwimmen konnte man sich auf dem Boot umziehen und die Delfine noch von Board aus bestaunen und auch das ein oder andere Foto schießen. Gegen 9 Uhr waren wir zurück im Hafen.

Den weiteren Vormittag haben wir uns etwas ausgeruht, bevor wir uns nachmittags wieder auf den Weg zu dem gleichen Aussichtspunkt vom Tag zuvor gemacht haben. Dieses Mal wussten wir, dass es nicht reicht nur zum Aussichtpunkt zu gehen, sondern man sollte die Küste entlang spazieren, da man dort deutlich mehr Robben entdecken kann. Der Wanderweg vom Aussichtspunkt ausgehend ist bei Google Maps eingezeichnet. Der Tipp hat sich schnell bewahrheitet. Aus dem Hinweg sind wir oben an den Klippen entlang gegangen. Das hatte den Vorteil, dass man von dort einen guten Überblick bekam, wo überall Robben zu finden sind. Den Rückweg sind wir dann unten direkt am Wasser lang gegangen. Man ist dabei sehr dicht an die Robben rangekommen. Während des Spaziergangs haben wir dann nicht nur ausgewachsene Robben entdeckt, sondern in einem der Steinpools auch herumtobende Robbenbabys. Es war herrlich den Jungen zuzuschauen. Sie versuchten sich in der Sonne zu trocknen, hierbei liegt die Betonung auf „versuchen“. Sie konnten auf den Steinen einfach keine gemütliche Position finden. Eines der Babys war irgendwann schon richtig genervt, da es alle paar Sekunden eine neue Position ausprobierte.

Mit zwei unvergesslichen Tagen ging unsere Zeit in Kaikoura vorüber und wir machten uns auf den Weg zum Lake Tekapo. Die Entscheidung sich früh morgens auf den Weg zu machen, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Straße raus aus Kaikoura in Richtung Christchurch führt vorbei an der Bucht, in der wir den Morgen zuvor mit den Delfinen geschwommen sind. Wir hatten Glück und konnte aus dem Auto die Delfine ein zweites Mal bestaunen.

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Lake Takapo

Der nächste Stopp war Lake Tekapo. Der ehemalige Gletschersee liegt am gleichnamigen Ort und ist etwas 95km² groß. Der Weg von Kaikoura via Christchurch hatte landschaftlich wieder viel zu bieten. Die Fahrt zog sich etwas, aber wenn man ein so schönes Panorama vor sich hat, ist es auszuhalten. Gegen 13 Uhr sind wir in Fairlie angekommen, einem Nachbarort von Lake Tekapo. Die Unterkünfte am Lake Tekapo waren zu teuer, um dort zu schlafen. Das war im Nachhinein aber auch ganz gut so. Den Nachmittag haben wir zunächst am Ufer des Sees verbracht. Wir müssen zugeben, hier hatten wir uns irgendwie mehr erhofft. Das heißt nicht, dass es nicht schön war, nur denken wir, dass der See mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund noch imposanter ist. Im Anschluss haben wir uns noch die Kirche am See angeschaut, welche ein berühmtes Fotomotiv am See ist, um nachts den Sternenhimmel zu fotografieren. Da es schon am Tag so voll dort war, entschieden wir uns für abends einen anderen Platz zum Sterne gucken zu suchen. Die Gegend um den See ist bekannt zum Sterne gucken. Im Grunde kann man das aber überall in Neuseeland fantastisch machen.

Da wir nach so kurzer Zeit schon durch waren am See überlegten wir was wir noch unternehmen könnten und entdeckten im Internet einen Aussichtspunkt auf Mount John. Angekommen an der Straße zum Aussichtspunkt wies ein Schild uns darauf hin, dass wir NZD 8,00 (ca.- 5 EUR) zahlen müssten, um die Straße benutzen zu dürfen. Eigentlich wollten wir schon umdrehen, aber da wir nun schon extra dort hingefahren sind, entschieden wir uns doch das Geld auszugeben. Die Fahrt hoch zum Aussichtspunkt ist auf jeden Fall aufregend. Ein schmaler und sehr steiler Weg führt nach oben. Den gleichen Weg nutzt man auch, um wieder runter zu fahren. Häufig muss ein Auto an den Rand fahren, damit das entgegenkommende passieren kann.

Oben angekommen, waren wir froh, dass wir die NZD 8,00 investiert hatten. Und ja, wir wissen, dass das eigentlich nicht viel Geld ist, aber irgendwie fängt man auf so einer Reise doch an, auch bei so kleinen Beträgen zwei Mal zu überlegen. Der Blick von oben ist nicht vergleichbar mit dem Blick vom Ufer. Man hat quasi eine 360 Grad Sicht in alle Richtungen. Wir hatten dort oben eine schöne Zeit und haben die Aussicht sehr genossen. Auf dem Gipfel befindet sich neben einem Café auch das Mt John Observatory, dass sich mit der Astrologie beschäftigt. Um einen Blick auf die Sterne von hier auszubekommen, muss man eine sehr teure Tour buchen.

Zurück in unserer Unterkunft haben wir einen Geheimtipp von unserer Gastgeberin erhalten, von wo aus man in Fairlie die Sterne ungestört beobachten kann. Der Fahrt dauerte nur etwa 10 Minuten und wir waren auf einem kleinen Berg fern ab von irgendwelchen Lichtern. Es war wirklich stockduster dort oben. Also die perfekten Voraussetzungen um Sterne zu bewundern. Hier in Neuseeland kann man nicht nur Sterne, sondern auch die Milchstraße sehen. Dies ist ja leider ein sehr seltenes Phänomen in Europa. Kolja hat an diesem Abend richtig tolle Fotos gemacht. Natürlich haben wir uns auch einen Moment genommen, um die Sterne so zu bewundern.

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Moeraki

Nach unserer nächtlichen Expedition machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Dunedin. Auf dem Weg liegt der Ort Moeraki, bekannt durch seine runden Steine am Strand – die sogenannten Moeraki Boulders. Der Strand entpuppte sich als ein echter Publikumsmagnet. Es war zum einen schwierig ein Foto ohne Menschen drauf zu machen und es war insgesamt auch etwas wuselig. Wir würden empfehlen hier früh am morgen oder abends hinzugehen. Dann werden wahrscheinlich auch viele Hobbyfotografen da sein, aber die werden wohl nicht von Stein zu Stein hüpfen. Nach etwa einer Stunde ging es weiter nach Dunedin.

Dunedin

In Dunedin hatten wir für zwei Nächte eingebucht, wobei wir effektiv einen vollen Tag dort hatten. Wir sind erst relativ spät dort angekommen, so dass wir am ersten Abend nichts mehr unternommen haben. Für Dunedin hatten wir uns vorgenommen in das Toitu Otago Settlers Museum zu gehen, die alte Architektur zu bewundern und ein wenig durch die Straßen zu schlendern. Das Museum war rückblickend unser absolutes Highlight in Dunedin. Hier hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht. Vor dem Museum haben wir uns noch die Baldwin Street angeschaut. Diese Straße ist die steilste bewohnte Straße auf der Welt.

Unser Gastgeber hatte uns außerdem empfohlen einen Spaziergang durch einen alten Wald aus der Zeit der Siedler zu machen. Der Wald befindet sich direkt hinter seinem Grundstück und wir konnten durch ein Tor in seinem Garten direkt los gehen. Die Stadt hat entschieden dieses Stück Wald zu erhalten und nicht als Baufläche zu verwenden. Außerdem wurde ein großer Teil davon so ursprünglich erhalten, wie er schon vor vielen Jahren war. Uns hat der Spaziergang gefallen, jedoch würden wir nicht extra dort hinfahren, wenn wir nicht direkt um die Ecke wohnen würden. 

Uns hat der kurze Aufenthalt in Dunedin sehr gut gefallen, auch wenn wir nicht wahnsinnig viel von der Stadt gesehen haben. Allerdings war die Vorfreude auf das was als nächstes kommen würde riesig. Dazu dann mehr in unserem nächsten Bericht.

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