Südafrika

Kapstadt und Kap der guten Hoffnung

Vor unserem Abflug von Auckland über Dubai nach Kapstadt haben wir unzählige Berichte gelesen wie man sich in Südafrika verhalten sollte. Das ist ein bisschen so als ob man Krankheitssymptome bei Google recherchiert – keine gute Idee!

Bei unserer Ankunft in Kapstadt waren wir also etwas aufgeregt, ob alles klappen und uns nichts passieren würde. Wir haben zunächst mal alle Regeln befolgt und haben uns einen seriösen Taxifahrer gesucht. Der war auch super hilfreich und fing erst einmal an uns zu erzählen was wir alles nicht tun dürfen in Südafrika. Super!! Nachdem er dann noch kurz unsere Wohnlage analysiert hat, waren wir auch schon da in der Church Street. Dies ist eine Seitenstraße zwischen der bekannten Long Street und Bree Street. Bekannt sind diese Straßen für Ihre Cafés und Restaurant und die Long Street vor allem für ihr Nachtleben.

Unser Flugzeug landete erst gegen 17 Uhr, somit hatten wir etwas Zeitdruck ins Apartment zu kommen, da wir ungern im Dunkeln nach etwas zu Essen und Trinken suchen wollten. Im Apartment angekommen, haben wir also nur das Gepäck abgelegt und haben schnell nach dem nächsten Supermarkt im Internet geschaut. So weit so gut. Kaum aus der Tür raus hatten wir dieses mulmige Gefühl von Unsicherheit im Bauch. Die Erschöpfung von 26 Stunden Flug war hier sicherlich nicht sehr hilfreich. Umso näher wir dem Supermarkt kamen umso komischer wurden die Gestalten und umso mehr wurden wir angestarrt. Angekommen beim Supermarkt stellten wir fest, dass dieser bereits geschlossen hatte. Ohne Internet und ohne richtigen Plan wollten wir nun ungern wirr durch die Gegend laufen, also hielten wir nach der nächstmöglichen Alternative Ausschau. Das waren ein KFC und ein Kiosk. Damit haben wir dann auch gegen die erste Regel verstoßen, die wohl so offensichtlich ist, dass niemand darüber schreibt oder spricht. Also gut aufgepasst: es gibt kaum hellhäutiger Mensch die im KFC essen gehen! Tatsächlich waren wir die Einzigen nicht dunkelhäutigen im KFC und auch die Verkäuferin guckte etwas schief, als wir unsere Bestellung aufgaben. Wir haben unser Menü auch lieber als Take Away bestellt. Anschließend nur noch schnell beim Kiosk etwas zu trinken besorgen und ab zurück ins Apartment. Direkt vor dem Kiosk, wurden wir dann noch angebettelt und fast bis zu unserem Apartment verfolgt.

Ihr könnt uns glauben wir waren am ersten Abend echt fix und fertig! Um einen besseren Überblick über die Stadt zu bekommen, entschieden wir uns Kapstadt mit dem Hop On Bus am folge Tag zu erkunden. Ein Bus Stopp bzw. einer der Hauptumsteigebusse von den verschiedenen Hop On Bus Linien ist direkt in der Long Street. Aber bevor wir die Wohnung verließen, war erstmal die große Frage, was wir mitnehmen und was lieber nicht. Zunächst entschieden wir uns fast nichts mitzunehmen, haben dann aber durchs Fenster andere Touristen mit Rucksäcken entdeckt. Also wurde die Kamera doch eingepackt!

Die Busfahrt hat sich sehr gelohnt. Die Busse fahren alle Gegenden in Kapstadt ab. Und so fingen wir an uns wohler zu fühlen. Einer der ersten Stopps war die Cable Car Station am Fuße des Tafelbergs. Leider war der Himmel so bedeckt, dass wir entschieden einen anderen Tag zum Tafelberg hoch zu wandern oder mit der Gondel zu fahren. Anschließend ging es um den Tafelberg herum an der Küste entlang. Die Route ist sehr schön. Auch die Gegend um Camps Bay und Green Point sind sehr schön. Diese haben wir uns allerdings nur im Vorbeifahren angesehen. Besonders gut gefallen hat es uns an der Waterfront. Hier gibt es den V&A Food Market. Die alte Markthalle passt toll zum Konzept und man bekommt frisch zubereitete Köstlichkeiten aus aller Welt. Uns hat es hier in den Tagen, die wir in Kapstadt waren, mehrfach hin verschlagen. Auch gibt es nebenan eine Halle mit allerlei Handwerkskunst ausgestellt an kleinen Ständen. Hier findet man auf jeden Fall tolle Souvenirs, wenn man genug Platz im Gepäck hat.

Nachdem wir am Vormittag die rote Route des Hop on Busses gefahren sind, entschieden wir uns am Nachmittag noch für die blaue Linie. Diese fährt weiter raus aus der Stadt, vorbei an der Wein Region und dem Township Imizamo Yethu. Es war erschreckend zu sehen wie nah arm und reich zusammenleben. Die Bewohner des Townships in Blechhütten wohnend, konnten auf die Luxusanwesen auf der anderen Seite des Tals schauen.  Am zweiten Morgen haben wir uns zunächst auf den Weg zur Autovermietung gemacht, um unser Auto abzuholen. Gebucht hatten wir einen Toyota Corolla. Dank eines Upgrades wurde es dann ein VW Jetta, den wir in den nächsten Tagen schnell lieben gelernt haben. Er hat den Namen „Goliath“ bekommen, auch weil wir uns so sicher in dem Auto gefühlt haben.

Wir fuhren mit Goliath zurück zum Apartment und stellten ihn sicher in der Tiefgarage ab. Da unser Hop On Ticket zwei Tage gültig war, entschieden wir dieses auch entsprechend zu nutzen und uns manches nochmal genauer anzusehen. Leider war auch an diesem Tag die Sicht zu schlecht um auf den Tafelberg zu fahren, so hatten wir den Nachmittag etwas Zeit um im Apartment zu entspannen.

Für den dritten Tag hatten wir bereits in Neuseeland eine Tour nach Robben Island gebucht. Um 9 Uhr ging es los mit der Fähre ca. 25 Minuten rüber zur Insel. Dort wurden wir in Busse verteilt, um dann entweder erst um die Insel oder direkt zum Gefängnis zu fahren. Für uns ging es zuerst zum Gefängnis. Unser Guide war ein ehemaliger Gefangener mit einer sehr melodischen Aussprache. Es bedurfte einer kurzen Eingewöhnungsphase. Nur das Wort „political“ haben wir erst im Nachhinein verstanden. Er hat uns versucht das Gefühl zu vermitteln wie es damals für ihn war. Leider ist die Zeit so begrenzt, dass man etwas durch das Gefängnis durchgescheucht wurde. Gerne hätten wir mehr Zeit gehabt. Ein Highlight war natürlich die Gefängniszelle von Nelson Rolihlahla Mandela. Wir fanden dabei nur schade, dass die Aufmerksamkeit quasi ausschließlich seiner Zelle galt, dabei haben noch so viel mehr politische Gefangene in diesem Gefängnis gesessen. Haben die es nicht auch verdient entsprechend gewürdigt zu werden? Nach der Gefängnis Tour ging es mit dem Bus einmal um die Insel herum, bevor wir mit einer anderen langsameren Fähre etwa 45 Minuten wieder zurück zum Festland fuhren.

Nach einer Stärkung beim V&A Food Market ging es mit einem Uber Taxi hoch zum Tafelberg, denn das Warten hatte sich gelohnt. An diesem Tag hatten wir einen strahlend blauen Himmel. Um noch mal kurz auf das Uber Taxi zurück zu kommen. Wir hatten an dem Tag drei Fahrten und einige auch etwas länger zu unverschämt günstigen Preisen, dass es einem schon unangenehm war! Wenn jemand mal nach Kapstadt reist, kann er/sie sehr gut und günstig mit Uber von A nach B kommen.

Da es bereits nachmittags war entschieden wir uns für die komfortablere Variante um auf den Tafelberg zu kommen – die Seilbahn. Zumal der Preis am Nachmittag günstiger ist als am Vormittag. Es gab auch keine Schlange so dass wir direkt durch gehen konnten. Der Blick hinab auf die Stadt ist großartig. Man sollte Zeit einplanen, denn es gibt dort nicht nur eine Aussichtsplattform wie so oft, sondern viele Wege, die zum Spazieren einladen. Zwischendurch sieht man auch immer wieder Klippschliefer über die Wege laufen. Die sehen ein wenig aus wie zu groß geratene Meerschweinchen. Wir haben sicherlich eineinhalb Stunden oben verbracht und jeden Moment genossen. Zum Ende wurde es allerdings sehr windig, so dass viele wieder runter wollten und wir eine Weile warten mussten. Unten angekommen ging es für uns zurück ins Apartment, wo wir den Abend haben in Ruhe ausklingen lassen.

Für unseren vierten und letzten Tag in Kapstadt hatten wir einen Ausflug mit Goliath geplant. Früh morgens ging es los in Richtung Kap der guten Hoffnung. Um in den Nationalpark zu kommen, muss man zunächst erst mal Eintritt zahlen. Pro Personen werden 303 ZAR verlangt. Das entspricht etwa 19 EUR. Anschließend erhält man eine Map und kann sich auf den Weg machen. Dank dem Tipp von Isi und Philly sind wir als erstes zum Kap der guten Hoffnung gefahren und haben dort das obligatorische Foto mit dem Schild gemacht. Wir hatten die Bucht und den Parkplatz für uns alleine und konnten in Ruhe Fotos machen. Gerade als wir losfahren wollten, kam der erste Reisebus. Also haben wir uns beeilt zum Cape Point zu kommen. Der Plan ist sehr gut aufgegangen, denn der Parkplatz war noch leer und kein einziger Reisebus in Sicht.

Wir sind zunächst in Richtung Leuchtturm gegangen und haben von dort die Küste und die Felsen bewundert. Im Anschluss kann man noch den Weg zum Haus des Leuchtturm Wächters gehen. Diesen Weg gehen eher weniger Touristen. Hier kommt man noch viel südlicher und erhält einen noch besseren Ausblick. Die Sonne schien mittlerweile auch schon relativ stark und die Steine auf den Wegen wurden wärmer. Die perfekten Bedingungen für Schlangen… Aber an sowas haben wir da gar nicht gedacht. In Australien schien diese Bedrohung irgendwie präsenter. Nun ja, man lernt immer dazu. Der Weg zum Haus des Wärters ist relativ eng und es gibt nur diesen einen. Wir waren also auf dem Rückweg zum Auto. Kolja (unser Schlangenliebhaber – NICHT) ging voraus. Ich dicht hinter ihm. Und plötzlich…. 1,5 Meter vor Kolja versteckt hinter einem großen Stein erblickte er sie – eine Puffotter. Sie hat sich genauso erschrocken wie er und reagierte entsprechend. Der Kopf ging nach oben und sie fing an zu zischen. Wir haben uns auf der Stelle umgedreht und sind weggerannt. Vielleicht nicht die beste Idee sich weg zu drehen, aber wir können euch versichern, in so einem Moment setzt der Verstand aus! Zum Glück ist nichts passiert, denn wie wir später rausfanden sind Puffottern in Südafrika für die meisten giftigen Schlangenbisse verantwortlich. Eine Schlange hat so viel Gift in sich um vier Menschen zu töten. Sterben tut man im Zweifel nicht, aber der Betroffene Körperteil könnte durchaus absterben und müsste amputiert werden.

Wir waren völlig geschockt und hatten einen Puls von 180. das nächste Problem war nun, der einzige Weg zum Parkplatz führte an dieser Stelle vorbei. Wir entschieden uns einen Moment zu warten und zu hoffen, dass die Schlange genauso wie wir die Flucht angetreten hat. Nach etwa fünf Minuten wagten wir den ersten Versuch – mit Erfolg. Ihr könnt euch vorstellen wie vorsichtig und gleichzeitig schnell wir zum Auto zurück gegangen sind. Zu allem Überfluss ließ sich eine Gruppe von Pavianen auf dem Rückweg noch blicken. Diese sieht man häufiger, vor allem auf Straßen. Bei Pavianen muss man wirklich vorsichtig sein, aber viele Touristen wollen es nicht verstehen, so durften wir einen Pavian Angriff auf eine Frau beobachten. Es ist auch hier zum Glück nichts passiert. Im Auto haben wir erst einmal durchgeatmet.

Für den Rückweg vom Kap der guten Hoffnung hatten wir uns vorgenommen am Bolders Beach zu halten. Dieser Strandabschnitt ist bekannt für seine Pinguin Kolonien. JA, ihr habt richtig gelesen, auch in Afrika gibt es Pinguine. Der Abschnitt zu der Kolonie ist zwar abgesperrt, aber man hat trotzdem einen guten Blick auf die süßen Gestalten. Ein Pinguin ist sogar direkt vor unseren Füßen ins Wasser gewatschelt. Das war ein schönes Erlebnis.

Der nächste und letzte Stopp auf dieser Tour, war der Strand in Muizenberg. Dieser kleine Vorort von Kapstadt ist für seine Surfgemeinschaft bekannt. Wir parkten also Goliath und schauten den Surfern ein wenig zu. Den ein oder anderen Surfshop gibt es natürlich auch an der Promenade. Gekauft haben wir aber nichts. Anschließend sind wir dann zu unserem Apartment gefahren und sind in Ruhe essen gegangen.

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