Indonesien

Eins mit der Natur auf dem Vulkan Mount Batur

Vanessa, Kolja, Sonnenaufgang, Wolken

Da stand er also, umschlungen von Regenwolken, die nur die halbe Schönheit des Vulkans preisgaben. Die Terrasse des Restaurants, in dem wir zu Mittag aßen war direkt auf den Mount Batur ausgerichtet. Nebelschwaden zogen durch das Tal und eine mystische Atmosphäre machte sich breit. Es wirkte wie eine Szene aus Herr der Ringe und wir steckten mittendrin.

Der Startpunkt unserer Tour lag am Fuße des Vulkans. In dem Hostel „Black Lava Hostel“ trafen wir auf unseren Guide Wirya, der uns auf unserer Reise zum Gipfel des Vulkans begleiten sollte. Wir wurden mit Wasser und Wanderstöcken ausgestattet und der Startschuss für unsere Wanderung viel um Punkt 16 Uhr. Der Mount Batur ist ein aktiver Schichtvulkan mit einer Höhe von 1717 Metern. Der erste Teil der Strecke führte durch einen Wald, der zum Glück etwas Schatten in der prallen Sonne spendete. Einziger Nachteil war, dass relativ viele Moskitos unterwegs waren und versuchten unser kostbares Blut zu stehlen. Unser Moskitospray schützte uns vor Schlimmerem.

Den Wald haben wir nach ca. einer Stunde hinter uns gelassen und der Wanderweg wurde nun etwas steiniger. Teilweise konnte man die getrocknete Magmamasse aus vergangenen Tagen erkennen. Der Weg wurde immer steiler und die Sonne machte den Aufstieg zu einer schweißtreibenden Aktivität. Wirya erzählte uns auf der ganzen Strecke etwas über die Natur, die Bewohner und über sich selbst. Wir waren sehr beeindruckt von seinem Wissen und seiner Leidenschaft die nur so aus ihm raussprudelte. Der Gipfel kam immer näher und nach gut zwei Stunden Wanderung kamen wir an unserem Camp für die Nacht an. Ein Kollege von Wirya hatte bereits unser Zelt aufgebaut, in dem wir unsere erste Nacht auf einem Vulkan schlafen sollten. Ja, wir haben tatsächlich auf einem Vulkan gecampt. Nach einer heißen Schokolade machten wir Drei uns auf, um die letzten Meter bis zum höchsten Punkt des Vulkans zu erklimmen. Das Wetter hatte sich mittlerweile verändert und die dicken Regenwolken kamen zurück, um den Gipfel wieder einzuhüllen.

Der Ausblick war fort und als wir am höchsten Punkt ankamen, konnte wir gerade Mal zwanzig Meter weit sehen. Eigentlich wollten wir uns den Sonnenuntergang anschauen, daraus wurde leider nichts. Zum Abendbrot zauberten Wirya und sein Kollege uns ein leckeres Mahl, welches durch Eier, die wir im Vulkan gegart hatten, abgerundet wurde. Leider begann es wie aus Eimern zuschütten. Die Regenwolken haben alle ihre Schleusen geöffnet und es machte den Eindruck, als würde es nicht mehr aufhören. Vanessa und ich machten uns etwas Sorgen um unseren Schlafplatz, denn das Zelt war nur durch vier kleine Holzstücke am Boden befestigt. Wir sahen unser Zelt schon wegschwimmen. Unsere Guides hatten wohl die gleichen Bedenken und fassten den Entschluss unser Zelt in einer Hütte unterzustellen. Als Vanessa und ich gerade dabei waren unseren Schlafplatz herzurichten, hörten wir aus der Nachbarhütte Musik. Wirya und der andere Guide haben sich eine Gitarre und eine Trommel geschnappt und musizierten vor sich hin. Eine entspannte und wohltuende Atmosphäre entstand und so sangen wir ein paar Lieder zusammen, ehe wir ins Bett verschwanden.

Am nächsten Morgen klingelte um 4:30 h der Wecker und wir hofften, dass die Regenwolken verschwunden sein würden. Wir krabbelten aus dem Zelt und freuten uns, als wir einen sternklaren Himmel sahen. Am Horizont wurde es schon etwas heller und der Gipfel des Nachbarvulkans war über den Wolken zu sehen. Ein wunderschönes Bild! Wirya, Vanessa und ich machten uns auf den Weg zum höchsten Punkt, um den besten Spot für den Sonnenaufgang zu sichern. Am Morgen kommen nämlich viele Touristen auf den Vulkan, um den Sonnenaufgang zu sehen. Oben angekommen, konnten wir kurz die Magie des Sonnenaufgangs bestaunen. Leider hielt dieser Zustand nicht lange an und es zog wieder zu. Die Wolkendecke war sehr dick und wir konnten nur gute zehn Meter weit gucken. Vanessa und ich haderten mit der Situation. War der Aufstieg etwa um sonst?! Für zehn Minuten der ganze Aufwand!

Wir wurden erhört, denn nach gut zwanzig Minuten trister Stimmung, riss die Wolkendecke auf und die orangerote Sonne ließ die Vulkanlandschaft erstrahlen. Es war unglaublich und wir machten das ein oder andere Foto, um die Situation festzuhalten. Wirya wollte auch unbedingt ein paar Bilder von uns machen und somit posierten Vanessa und ich eine Weile vor der wundervollen Naturkulisse. Wir genossen die Zeit und die Ruhe mitten in der Natur. Nach dem grandiosen Naturschauspiel, wartete schon unser Frühstück im Camp auf uns. Pancakes mit einer heißen Schokolade. Vanessa ging es leider nicht ganz so gut. Magenprobleme machten ihr schon in der Nacht zu schaffen und hielten weiter an. Somit war der Gaumenschmaus nur für mich ein guter Start in den Tag. Anschließend machten wir uns auf den Weg ins Tal zurück. Wirya unterstützte Vanessa wo er konnte, er trug ihren Rucksack und half ihr in jeder kleinsten Situation, damit sie sich nicht zu sehr verausgaben musste. Er ist nur zu empfehlen!!

Als wir wieder im Hostel ankamen, wurden wir freudestrahlend von allen Mitarbeitern empfangen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es weiter zu einer der heißen Quellen am Fuße des Vulkans. Hier hatten wir etwas Zeit, um uns in dem vom Vulkan beheizten Wasser von den Strapazen zu erholen.

Im Anschluss wurden wir nach Canggu gefahren, wo wir eine Woche in einem Surfcamp verbracht haben. Da man die Kamera schlecht mit auf das Surfbrett bzw. ins Wasser nehmen kann, gibt es hierzu keinen Beitrag. Was wir aber berichten können ist, dass wir die Woche sehr genossen haben. Es war schön einen täglichen Rhythmus bestehend aus Surfunterricht, Yoga und gelegentlichen Massagen zu haben. Wir haben in der Woche viele liebe Menschen kennengelernt und hatten eine Menge Spaß. Ein neuer Bericht folgt dann wieder von unserer Zeit in Ubud.

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